Meine Gefühle gehören mir …

… und ich alleine bin dafür verantwortlich. So – das zu schreiben ist ja mega-einfach. Und auch, dass das genauso für dich und alle anderen Menschen gilt macht ja so viel Sinn. Und dennoch macht meine kleine Stimme immer irgendwen für meine guten -und halt auch meine schlechten- Gefühle verantwortlich. Und – schlimmer noch – oft fühle ich mich verantwortlich deine Gefühle. Und dann darf ich meine Gefühle nicht haben, damit du deine nicht haben musst. Oder – noch schlimmer – erst zeige ich Gefühle um sie dann ganz schnell wieder einzupacken, weil ich ja nicht will, dass du X denkst oder wohlmöglich sogar verletzt bist – Buchstabensalat.

Besser noch: Ich habe zusätzlich gelernt mich zu beklagen. Über Eltern, Lehrer, Kollegen, Chefs (hatte ich nicht viele), Freunde, Kinder und Fremde (und sogar Programmiersprachen). “Du solltest anders sein!”, “Du bist schuld an …!”, “Warum hast Du das gemacht?” usw –  Die Anderen klagen ja auch. Um bemitleidet zu werden? Ihrem Ärger Raum zu geben? Klagen kann sich ja sooo toll anfühlen… Oder? Nur hat sich durch Klagen noch nie etwas zum Besseren entwickelt. Klagen ist klagen. Klagen heisst immer die Verantwortung für das eigene Leben nicht übernehmen, sondern etwas oder jemanden schuldig zu sprechen.

Und dennoch beklage ich mich. Weil du nicht so sein solltest. Oder die Welt nicht so sein sollte. Weil halt nicht immer alles perfekt ist. Manchmal tun Dinge weh, manchmal sind Situationen einfach zum weglaufen und manchmal habe auch ich einfach keinen Spass. Und dann bin ich kraftlos, sitze auf dem Beifahrersitz.

Und ich habe gelernt, dass es nichts nützt mich zu beklagen. Alles, was passiert passiert. Alles, was ich aufgrund meiner Vergangenheit einmal entschieden hab habe ich so entschieden. Und all diese Entscheidungen kann ich jederzeit neu treffen. Was der kleine Thies einmal entschieden hat muss seine Zukunft nicht bestimmen – er kann sich etwas neues erfinden. Und wenn ich nicht mehr klage, dann sitze ich auch wieder im Fahrersitz. Alles meine Entscheidung. Nur meine. 

Und die Fahrt geht weiter…

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Und am allertollsten ist…

Ich bin begeisterungsfähig und das finde das toll. Mehr als einmal wurde ich schon Fanboy genannt – ob von Technologien, Produkten, Seminaren, Menschen etc. Ich finde einfach Tolles toll, und wenn ich etwas toll finde, dann rede ich halt drüber. Manchmal voreilig, manchmal unreflektiert und vielleicht manchmal auch (zu) laut. Manchmal ändere ich meine Meinung auch wieder und finde etwas Anderes toll, oder etwas toll-geglaubtes blöd. Manche Dinge werde ich vielleicht nie toll finden und dafür andere für immer. Toll, toll, toll, MEGA-TOLL!

Toll? Toll bedeutet für mich, dass ich ein gutes Gefühl bei etwas habe. Gefühl kommt von fühlen und nicht von wissen. (sonst hiesse es ja Ge-wissen;-) Und Gefühle sind immer Subjektiv und persönlich (zumindest ist das bei mir so). Manchmal weiss ich auch, warum ich etwas toll finde und manchmal halt auch nicht. Und dann habe ich früher immer an mir gezweifelt. Wie kann ich bitte etwas toll finden und das nicht gut begründen können? Hier prallen dann Kopf und Herz aufeinander. Früher gewann meist der Kopf – heute eigentlich immer das Herz.

Musst du toll finden, was ich toll finde? Neeiiinn! Und Orange muss auch nicht deine Lieblingsfarbe sein. Mein bleibt es trotzdem. Und weil das so ist kann ich dich toll finden, nicht trotzdem sondern grade weil.

Ersatzbeitrag

Der Beitrag “Warum ich erst wieder weinen kann seit ich erwachsen bin” muss leider entfallen, dafür lesen Sie heute “Warum ich mir das ‘Rocky’-Musical nicht entgehen lassen sollte”.

Mal wieder ist es Sonntag und mal wieder habe ich noch nix fertig geschrieben (oder gedacht?) – Heute aber mal egal…

Gestern hatten nicht nur meine Liebste und ich unseren ersten Jahrestag, sondern wir aßen auch Döner auf’m Kiez und besuchten eben jenes Musical. Die Karten hatten wir von meiner Mutter zu Weihnachten geschenkt bekommen, am ursprünglichen Termin hatte meine Herzdame aber schon was besseres vor (irgendwas wegen Social Media Week oder so) und die Karten für die gestrige Vorstellung habe ich am Freitag bei ebay Kleinanzeigen gefunden. Kurzfristig – so wie ich es mag.

Und hier die eigentliche Kritik:

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   MEGA! <- Absoluter Guckbefehl
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PS: Danke, Mutti!