Und am allertollsten ist…

Ich bin begeisterungsfähig und das finde das toll. Mehr als einmal wurde ich schon Fanboy genannt – ob von Technologien, Produkten, Seminaren, Menschen etc. Ich finde einfach Tolles toll, und wenn ich etwas toll finde, dann rede ich halt drüber. Manchmal voreilig, manchmal unreflektiert und vielleicht manchmal auch (zu) laut. Manchmal ändere ich meine Meinung auch wieder und finde etwas Anderes toll, oder etwas toll-geglaubtes blöd. Manche Dinge werde ich vielleicht nie toll finden und dafür andere für immer. Toll, toll, toll, MEGA-TOLL!

Toll? Toll bedeutet für mich, dass ich ein gutes Gefühl bei etwas habe. Gefühl kommt von fühlen und nicht von wissen. (sonst hiesse es ja Ge-wissen;-) Und Gefühle sind immer Subjektiv und persönlich (zumindest ist das bei mir so). Manchmal weiss ich auch, warum ich etwas toll finde und manchmal halt auch nicht. Und dann habe ich früher immer an mir gezweifelt. Wie kann ich bitte etwas toll finden und das nicht gut begründen können? Hier prallen dann Kopf und Herz aufeinander. Früher gewann meist der Kopf – heute eigentlich immer das Herz.

Musst du toll finden, was ich toll finde? Neeiiinn! Und Orange muss auch nicht deine Lieblingsfarbe sein. Mein bleibt es trotzdem. Und weil das so ist kann ich dich toll finden, nicht trotzdem sondern grade weil.

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Bin ich jetzt groß? (part 1)

Papa, Du sagst doch immer, dass ich schon groß bin?

Mmm, ja..

Darf ich dann jetzt FEUER?

 

Joshua war wohl drei oder vier als dieses Gespräch stattfand. Und – nein – Feuer durfte er damals noch nicht. Heute ist er fast so groß wie ich und trägt Schuhe Größe 45. Doch erwachsen, erwachsen ist er noch lange nicht. Feuer darf er mittlerweile und auch sonst vieles mehr. Und “mein Kleiner” wird er trotzdem immer bleiben. Heute und für alle Zeit.

Als ich am Anfang der Pubertät stand konnte ich es kaum erwarten groß zu sein, wollte erwachsen wirken und von “den Großen” als einer von ihnen anerkannt werden. Wollte mir nichts mehr sagen lassen, auf eigenen Beinen stehen. Aufgeschaut habe ich zu meinen Elterrn, den Eltern meiner Freunde, allen Erwachsenen. Heute kann ich gar nicht mehr genau sagen, wie ich damals erwachsen definiert habe. Eine wirkliche Definition gab es nie. Nur erkennen konnte ich einen Erwachsenen sofort. Vielleicht weil ich mich sofort ein bisschen kleiner fühlte, vielleicht weil wir damals die Großen noch siezten? Eines war für mich ganz sicher: Irgendwann werde auch ich erwachsen sein. Das lässt sich nicht verhindern, das ist der Gang der Welt. Und dann werde ich so sein wie die anderen Erwachsenen und alle nicht-Erwachsenen werden mir gegenüber das mir wohlgekannte Gefühl haben.

Gewartet habe ich. Drauf, dass es passiert. Vielleicht im Schlaf? Vielleicht würde es wie der Stimmbruch in Etappen kommen. Aber kommen würde es, das war sicher. Alle meine Freunde waren Kinder, alle Großen waren erwachsen. Es musste einen Übergang geben.

Doch groß oder klein, was wollte ich lieber sein? Schoko oder Vanille, woher sollte ich es wissen bevor ich Beides probiert hatte?

(Fortsetzung folgt)

»”Kann ich nicht” liegt auf dem Friedhof«

»und “will ich nicht” liegt daneben.«

So oder so ähnlich erinnere ich einen Spruch meiner damaligen Nachhilfe-Lehrerin in der Grundschule. Ich konnte kein Deutsch – glaube ich. Vermutlich wollte ich einfach nicht. Es war auf jeden Fall schwierig. Und sie hat versucht mir alle Ausreden mit nur einem klugen Spruch abzuschneiden. Gemocht habe ich sie dafür nicht. Musste ich ja auch nicht…

Immer wenn etwas schwierig ist, wird oder war und ich scheitere, scheiterte oder drohe zu scheitern, dann suche ich nach Gründen. Und etwas einfach nicht zu können ist ja so einfach: Die Gene sind, oder die Eltern oder die Gesellschaft – eigentlich egal: ICH KANN DAS NICHT! Easy, wer diesen Satz einmal mit Überzeugung gesagt hat “muss” nicht mehr. Er oder sie kann ja nicht, wegen der Gene oder der Eltern oder der Gesellschaft… Gehen sie bitte weiter, es gibt hier nix zu sehen und ein Wunder brauchen sie nicht zu erwarten. “Kann ich nicht” ist somit die finale Kapitulation, die letzte Resignation. Das “lass mich bitte in Ruhe” ohne eben jenes zu sagen.

Kann man alles können? Sicher nicht! Usain Bolt werde ich in meinem Leben sicher nicht auf 100m überholen und mit 30 Jahren Schachweltmeister kann ich auch nicht (mehr) werden. Und gut Kochen kann ich noch nicht. Marathon laufen kann ich auch noch nicht. Gitarre spielen kann ich erst recht noch nicht und auch mit 4 Bällen jonglieren kann ich noch nicht.

Und wieder ist es nur ein kleines Wort, dass mir hilft aus Resignation eine Möglichkeit zu erfinden. Das “noch nicht” ist eine Einladung, eine Möglichkeit. “Nicht” alleine hingegen ist endgültig und eine Sackgasse. Probiert es ruhig mal aus: Wer das nächste mal “kann ich nicht” sagt oder bei jemandem anderem hört korrigiere sich oder den anderen mit einem schmunzelnden “korrigiere: noch nicht” bzw “Du meintest sicher: noch nicht”

Nur das mit dem Willen ist so eine Sache… Vieles will ich aus vielen Gründen nicht. Und das ist auch gut so. Nur – und hier liegt der Haken – häufig “will” ich Dinge nicht, weil ich glaube sie nicht (gut genug) zu können: Als Erster auf eine leere Tanzfläche gehen, mich als erster melden – ins kalte Wasser springen usw. Doch hier verdeckt mein “ich will nicht” ein “ich glaube, ich kann nicht” oder “du kannst das sicher besser als ich” – oder kurz: meine Angst.

Und immer wenn ich ein “will ich nicht” höre, dann versuche ich ganz genau zu hören. Denn vielleicht spreche ich grade zu einer Angst und nicht zu einer neuen Möglichkeit. Und nur wenn gelingt, die Angst anzuerkennen können wir sie beherrschen. Und nur dann kann aus einem “will ich nicht” ein “kann ich (noch) nicht” werden. Und dann ist wieder ALLES MÖGLICH.

Auch ja: Und Fisch essen will ich nicht!

Eine Panne ist eine Chance

tl;dr – Kommunikation ist nicht was Du sagst, sondern was beim anderen ankommt.

Panne? Nicht die Auto- oder Fahrrad- sondern die, wenn Du etwas gesagt oder getan hast und die Welt danach ein wenig anders war. Ein wenig fremd, ein wenig kaputt. Etwas, das jemanden gekränkt oder enttäuscht hat. Vielleicht nur ein Missverständnis, vielleicht eine Unachtsamkeit. Vielleicht weißt Du gar nicht, was genau passiert ist… Doch die Veränderung, die spürst Du.

Was nun? Einfach so tun, als wenn nix wäre? Denken: ‘Ist ja Deine Sache, das Du Dich so anstellst – hab’ es ja nicht böse gemeint!’ -und- ‘Das wird schon wieder…’ -und- ‘Warum bist Du nur so empfindlich?’.

Hmm… Das Leben ist immer dann am kompliziertesten wenn es mit anderen Menschen zu tun hat. Oft verstehe ich dich einfach nicht. Und du ganz offensichtlich mich nicht. Dabei ist es doch ganz einfach: Ich will nix Böses und das _musst_ du jetzt so akzeptieren. Dass du das jetzt missverstanden hast hat mit mir rein gar nix zu tun…

Wirklich zusammenleben funktioniert anders: Ich übernehme die Verantwortung nicht nur für meine Worte und Taten sondern auch für deine Reaktion darauf. Und wenn ich deine Reaktion nicht verstehe, dann habe _ich_ eine Panne. Nicht du. Ich – Ganz einfach. Und was tue ich, wenn ich eine Panne habe? Anhalten, aufhören, Mund halten, _meine_ Pause-Taste drücken – Wieder ganz einfach. Und dann teile ich dir mir, dass wir zusammen eine Panne haben, die ich verursacht habe. Und ich schaue, was wirklich passiert ist. Übernehme die Verantwortung. Und ich suche, was ich jetzt und nur jetzt lernen kann. Denn jede Panne ist auch eine Öffnung, die mir eine neue Möglichkeit zum Handeln gibt. Und ich besinne mich darauf, wer du für mich bist und wer ich für dich sein möchte. Und erst dann kann es weitergehen. Wieder zusammen. Und – im Gegensatz zu einem Flicken auf einem Rad-Schlauch, der vielleicht wieder abgeht – sind wir ein kleines Stück zusammengewachsen und zusammen gewachsen.

Mir passieren Pannen am laufenden Band. Und Angst habe ich nur vor den Pannen, die ich nicht bemerke.

Ein “Nein” hat noch nie etwas verändert.

TL;DR

Ersetze in Deiner Kommunikation das Wort “aber” durch “und” und Dein Leben wird ein kleines Wenig reicher sein.

Den “Ja-Sager” habe ich nie gesehen, soll ganz lustig sein wurde mir zugetragen. Und vielleicht hat er mit meinen Thema zu tun, vielleicht aber auch nicht.

Vor Jahren las ich “Impov Wisdom (Don’t prepare, just show up)” und dieses Buch hat in mir einen – immer noch anhaltenden – Prozess ausgelöst: Im Gegensatz zu den Menschen, die meinen, nicht “Nein” sagen können gehöre ich zu den Menschen, denen ein spontanes “Ja” oft nicht in den Sinn kommt. Patricia Ryan Madson schlägt vor (wenn ich mich recht entsinne) ab und an einen “Ja”-Tag zu machen. Die Regeln sind ganz einfach: Regel 1: Sag zu Allem und Jedem “Ja”, egal wie verrückt es zu sein scheint. Eine Regel 2 gibt es nicht. Nur einen Tag, nicht das ganze Leben. Und dann vielleicht noch einen – und noch einen. Klingt verdammt gut. Einfach mal groß denken, mal groß hören und mal groß träumen! Alles fängt mit einem “Ja” an.

“Nein” hingegen steht für Stillstand, keine Möglichkeit, kein Wachstum, kein Spass. Nicht ohne Grund klingt “nein” auch wie “kein”. Übrigens – bei meinen Kindern durfte ich erleben, warum Menschen den Kopf schütteln, wenn sie “nein” meinen: Hat das Kleinkind genug Brei gefüttert bekommen – es ist also satt – dann dreht es instinktiv den Kopf zur Seite. Gut meinende Eltern versuchen dann noch den letzen Löffel Brei an der linken Seite zuzuführen, doch das Kind dreht den Kopf mit geschlossenem Mond auf die andere Seite. Und so bekommen wir das erste Nein vom neuen Erdenbürger. Das erste von vielen.

Und ich streite nicht ab, dass es gibt Situationen gibt, in denen ein “Nein” seinen Wert hat. Das Problem ist halt, dass eine “weg-von” Motivation keine Richtung hat. Eben nur: “Weg hier – egal wohin!” – Dennoch ist sie stärker als jede “hin-zu” Motivation im gleichen Gefühl.

Manche Menschen glauben, eine Abkürzung in das Land des “Ja” Lebens gefunden zu haben: Das Wort “Aber”. Doch “aber” ist das gefährlichste Wort, welches wir kennen. Wir können mit “aber” aus jedem schönen Satz, der ein Geschenk sein könnte etwas Falsches machen. “Ja, das Kleid steht Dir, aber vielleicht könntest Du es noch eine Nummer größer anprobieren” – “Ja, das hast toll gelöst, aber vielleicht könntest Du noch mal im Buch nachlesen…”. Ich könnte kotzen…

Immer -wirklich immer- wenn jemand “aber” sagt wird alles, was vor dem “aber” gesagt wurde zur Lüge. So ein Scheisswort und soo schade, dass wir Menschen es nicht verstehen. Ich habe mir angewöhnt jedes “aber” zu hinterfragen – mit interessanten und doch vorhersagbaren Ergebnissen. Probiert mal die Beispiel-Sätze oben aus und ersetzt jedes “aber” durch ein “und”. Interessant, oder? Folglich ist also “aber” (auf jeden Fall an “Ja” Tagen streng) verboten! “Ja” heisst Zustimmung, nicht bedingungslose aber auf jeden Fall Zustimmung. Niemals Ablehnung.

Erst seit ich dieses Buch gelesen habe und hin und wieder versuchte (und immer noch versuche) einen “Ja” Tag zu erleben wird mir bewusst mit wie viel “Nein” ich (und viele meiner Mitmenschen) mich umgebe. Es ist aber auch schwierig: “Papa, darf ich …?”, “Papa, erlaubst Du mir …?”, oder auch “Entschuldigung, haben Sie mal 5 Minuten für …?”, oder “Hast Du zufällig spontan Zeit mir bei meinem Umzug zu helfen?”. “Nein” ist meist eine Ausrede. Um nicht Nachzudenken, um bequem zu bleiben, um in der eigenen Komfort-Zone zu verweilen.

Ich will: Spontan zustimmen, verrückt sein, neue Wege entdecken, neue Regeln erfinden, den Anderen voll sehen und voll hören und meine Bequemlichkeit nicht mein Leben bestimmen lassen!

Und eines Tages werde ich ihn haben, den perfekten “Ja”-Tag – ohne “aber” und ohne Angst.

Wort.

Und noch ein Zitat zum Schluss:
“After the final no there comes a yes
And on that yes the future world depends.” (Wallace Stevens)

10 Kilo?!

Meine Füsse tun abends weh. Joggen fällt mir schwer, rennen könnte ich vermutlich nur, wenn’s um mein Leben geht. Und seit Tagen habe ich Rücken (Das geht aber auch wieder weg). Und die blöde Hose kneift im Bund.

Finde ich mich fett? Bin ich unglücklich? Nö …….. aber es ist mal wieder Zeit in den Spiegel zu schauen, nicht den im Bad sondern den im Kopf (manchmal tut es auch der Spiegel im Bad):

Douglas Adams legte seinem Protagonisten die 4 Fragen in den Mund, die man sich eigentlich immer und überall stellen können sollte: “Wo bin ich? Wozu bin ich hier? Was habe ich erreicht? Geht es mir gut?”

Während ich diese Zeilen schreibe nasche ich englische Weingummis, das hilft bei der Konzentration. Schokolade ess ich fast nur noch zum Kaffe, doch Kaffe ist eigentlich immer da. Franzbrötchen ohne Kohlenhydrate gibt es … leider nur in meinem Traum. Wo ist die Wissenschaft, wenn man sie wirklich braucht?

An mein Geburtsgewicht kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber als ich auf’s Gymnasium kam wurde ich Steuermann beim Rudern, da ich unter 50 Kilo wog. Ich war Steuermann bis in die 7te Klasse! Ob ich damals zu schwer wurde oder einfach keinen Bock mehr auf’s Rudern hatte erinnere ich nicht mehr. Woran ich mich erinnere ist, dass ich schon damals nicht so sportlich war wie die meisten meiner Klassenkameraden. Im 1000m Lauf war ich immer der zweit-Schlechteste (an genaue Bestzeiten kann ich mich nicht mehr erinnern). Mir 12 habe ich dann zu Surfen und zu Segeln angefangen und war über Jahre durchaus aktiv und hatte meine Erfolge (werde beizeiten mal Fotos und Videos ausgraben und posten. IHR WERDET EUCH WUNDERN). Tischtennis habe ich auch gespielt – sogar regelmäßig. Nur Sportler, Sportler bin ich nie geworden.

Muss ich auch nicht. Hauptsache zufrieden und Hauptsache der Körper “hält”. Tut er bisher, abgesehen von zwei Bandscheiben-Vorfällen und Arthrose in beiden Hüftgelenken. Der Professor hat mir professeit, dass ich nicht mit diesen – meinen selbstgewachsenen – Hüften begraben werden werde. Will ich aber! Und Fit(ter)-sein will ich sowieso. Und gesund.

Vor vielen Jahren (als das Internet noch schwarz-weiss) habe ich schonmal über 20 Kilo abgespeckt und es war ein Traum: Das Abnehmen selber war zwar kein Zucker-Schlecken(!?!) aber das Ergebnis war als wenn ich zu enge Schuhe ausgezogen hätte. Ich schlief besser, hatte mehr Energie, bekam Komplimente und fühlte mich einfach besser in meiner Haut. Von diesen 20 Kilo habe ich etwas mehr als 10 wieder drauf, 5 davon allein im letzten Jahr. Scheiss Statistiken, scheiss Trend.

Wie ich das jetzt genau anstellen will? Hmm, ich weiss es noch nicht – Vermutlich was mit (S)Low-Carb und vermutlich weniger Bier und Süssigkeiten. Ja Süssigkeiten und ich werden wohl über unsere Beziehung reden müssen. Und Kochen, ja selber kochen werde ich. Aber darum geht es heute aber noch gar nicht. Worum es heute geht ist, dass ich anfange.

 

Wort.

 

 

PS: Vielleicht gründe ich eine Facebook-Gruppe und vielleicht habe ich Lust über meine (Mis-)Erfolge zu reden.

PPS: Gewicht heute 96kg (in flodder-Hose und mit Knochen)