Bloggen ist wie Kinderkriegen

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Im letzten Jahr habe ich um die 20 Beiträge geschrieben und jeder war wie eine kleine Geburt:

Die Eröffnungsphase 

Das Thema ist reif: Ich kann fühlen, dass ich drüber reden oder schreiben möchte. Ich freue mich und bin doch aufgeregt. Immer wenn ich zu schreiben beginne, weiss ich nicht wo ich landen werde. Die ersten zwei Sätze lasse ich meine Finger schreiben ohne nachzudenken, nun weiss auch das Thema, dass „es“ soweit ist.

Die Übergangsphase

Mal flutsch es, mal sind die Wehen heftig und nix geht. Tipp-tipp-tipp-lösch-lösch-lösch-tipp und so weiter. Manchmal geht es drei Sätze voran und danach wieder vier zurück, nachmal gibt es Pausen die wie eine Ruhe vor dem Sturm sind und manchmal totalen Stillstand. Anders als bei einer echten Geburt kann ich das Schreiben in dieser Phase einfach abbrechen, und Facebook, Twitter und Co checken, dann so tun als wäre ich nie schwanger gewesen. Entwürfe sind wie Kinder, die nie geboren wurden.

Die Austreibungsphase

Ich kann es fühlen: Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Dieser Text wird es schaffen!  Die Geschichte fängt an ein eigenen Existenz in der Welt zu haben. Ich bin nur das Werkzeug. Ich schreibe, schreibe, schreibe. Ich bin überrascht, wie viel da wirklich raus möchte und gehe einfach nur mit. Geschichten, die es bis hier schaffen sind noch nie als Entwurf geendet.

Die Nachgeburtsphase

Ich lehne mich zurück, lese den Text. Er gefällt mir. Ich wisch noch mal hier und noch mal da, korrigiere kleine Fehler. Bin dabei jedoch nicht penibel. Ich bin stolz und irgendwie erleichtert. Habe die Schmerzen der Geburt schon fast wieder vergessen und freue mich über die neue Url. Manchmal denke ich hier kurz „Och das war ja gar nicht so anstrengend“ und dass es in Wirklichkeit leichter als gedacht war.

Und jetzt du!

Was denkst du zu diesem Thema? 

Danke für deinen Kommentar.

<3<3<3 thies

Warum sind die Wikinger zur See gefahren?

Ich habe da so eine Theorie…

Meiner Meinung nach waren die Wikinger ein gutartiges, freundliches Volk. Jeder, der Wikie gesehen hat kann mir sicher beipflichten. Nun steht aber in den Geschichtsbüchern geschrieben, dass die Wikinger unter Gefahr für ihr Leben lange Reisen auf See unternommen haben und überall, wo sie an Land gingen, Dörfer plünderten und nicht grade zimperlich mit Streitaxt und Schild die dort Ansässigen davon in Kenntnis setzen, dass sie sie nicht mochten – und das, ohne vorher ein Wort mit ihnen gesprochen zu haben.

Warum? Was nur kann einen friedfertigen Menschen so zum Ausrasten bringen, dass er:

  1. ein Boot baut
  2. weit weg segelt
  3. mit Mörderwut Unschuldige abschlachtet
  4. Gold raubt
  5. -last, but not least- zurück in den kalten Norden segelt

Eine möglich Erklärung: Sein Ehe-Weib! Warum? Ganz einfach…

Beziehungs-Stress ist keine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Also:

Bjornolfr hatte mächtig Ärger mit seiner Frau Gjaflaug, da er beim Mitsommernachts-Fest Hildigunnr, der Tochter des Bürgermeisters, zulange auf den Busen gestarrt hat (Namen sind frei erfunden). Bjornolfr hatte zuviel Met getrunken und kann sich an absolut nichts erinnern. Auch eine Woche nach dem Vorfall herrscht zuhause noch eisiges Schweigen und Bjornolfr geht – wie jeden Abend – auch diesen Abend in seine Stammkneipe ein paar Met zischen. Er lässt seinem Frust freie Bahn und findet so heraus, dass auch Fjorleif, Urobe, Bergljot und Ulfheoinn grade auf dem Sofa schlafen müssen. Ein Met kommt zum anderen wie eine Geschichte von zuhause zur nächsten. Am Ende der Nacht steht für alle fest: So geht es nicht mehr weiter. Die Männer wollen weg. Heimlich bauen sie ein Schiff und nur wenige Wochen später verlassen sie, klammheimlich und unter dem Vorwand noch schnell Zigaretten kaufen zu wollen, Haus und Weib um möglichst schnell möglichst weit weg zu kommen.

Nur, warum sind die Wikinger nach ihren Raubzügen wieder zurück nach Norden gesegelt? Hier gibt es nur zwei mögliche Erklärungen: Entweder hatten sie Angst, dass ihre Frauen ihnen auch über das Meer folgen und sie finden würden. Oder sie hatten heimweh. Auch Männer und sogar auch Wikinger sind nur Menschen…

Das mit dem Ausrauben und Abschlachten war sicher etwas übertrieben, doch im Mittelalter ging es auch anderswo etwas derber zu. Vielleicht wollten die Männer des Nordens ihren Ehefrauen Geschenke mitbringen und ihre Mastercard wurde nicht akzeptiert?

Diesem Gedanken folgend könnte ich noch weiter gehen und behaupten, dass es ohne die Frauen (direkt sowie indirekt) überhaupt keine Evolution, Erfindungen, Kriege oder Zalando gegeben hätte. 

Hätte der liebe Gott Adam nämlich keine Eva gegeben, dann hätten Adam und seine (rein männlichen) Nachkommen vermutlich nur drei Dinge erfunden: Das Sofa, Bier und Kartenspielen. Vielleicht noch Fernsehen. Oder so…