Warum sind die Wikinger zur See gefahren?

Ich habe da so eine Theorie…

Meiner Meinung nach waren die Wikinger ein gutartiges, freundliches Volk. Jeder, der Wikie gesehen hat kann mir sicher beipflichten. Nun steht aber in den Geschichtsbüchern geschrieben, dass die Wikinger unter Gefahr für ihr Leben lange Reisen auf See unternommen haben und überall, wo sie an Land gingen, Dörfer plünderten und nicht grade zimperlich mit Streitaxt und Schild die dort Ansässigen davon in Kenntnis setzen, dass sie sie nicht mochten – und das, ohne vorher ein Wort mit ihnen gesprochen zu haben.

Warum? Was nur kann einen friedfertigen Menschen so zum Ausrasten bringen, dass er:

  1. ein Boot baut
  2. weit weg segelt
  3. mit Mörderwut Unschuldige abschlachtet
  4. Gold raubt
  5. -last, but not least- zurück in den kalten Norden segelt

Eine möglich Erklärung: Sein Ehe-Weib! Warum? Ganz einfach…

Beziehungs-Stress ist keine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Also:

Bjornolfr hatte mächtig Ärger mit seiner Frau Gjaflaug, da er beim Mitsommernachts-Fest Hildigunnr, der Tochter des Bürgermeisters, zulange auf den Busen gestarrt hat (Namen sind frei erfunden). Bjornolfr hatte zuviel Met getrunken und kann sich an absolut nichts erinnern. Auch eine Woche nach dem Vorfall herrscht zuhause noch eisiges Schweigen und Bjornolfr geht – wie jeden Abend – auch diesen Abend in seine Stammkneipe ein paar Met zischen. Er lässt seinem Frust freie Bahn und findet so heraus, dass auch Fjorleif, Urobe, Bergljot und Ulfheoinn grade auf dem Sofa schlafen müssen. Ein Met kommt zum anderen wie eine Geschichte von zuhause zur nächsten. Am Ende der Nacht steht für alle fest: So geht es nicht mehr weiter. Die Männer wollen weg. Heimlich bauen sie ein Schiff und nur wenige Wochen später verlassen sie, klammheimlich und unter dem Vorwand noch schnell Zigaretten kaufen zu wollen, Haus und Weib um möglichst schnell möglichst weit weg zu kommen.

Nur, warum sind die Wikinger nach ihren Raubzügen wieder zurück nach Norden gesegelt? Hier gibt es nur zwei mögliche Erklärungen: Entweder hatten sie Angst, dass ihre Frauen ihnen auch über das Meer folgen und sie finden würden. Oder sie hatten heimweh. Auch Männer und sogar auch Wikinger sind nur Menschen…

Das mit dem Ausrauben und Abschlachten war sicher etwas übertrieben, doch im Mittelalter ging es auch anderswo etwas derber zu. Vielleicht wollten die Männer des Nordens ihren Ehefrauen Geschenke mitbringen und ihre Mastercard wurde nicht akzeptiert?

Diesem Gedanken folgend könnte ich noch weiter gehen und behaupten, dass es ohne die Frauen (direkt sowie indirekt) überhaupt keine Evolution, Erfindungen, Kriege oder Zalando gegeben hätte. 

Hätte der liebe Gott Adam nämlich keine Eva gegeben, dann hätten Adam und seine (rein männlichen) Nachkommen vermutlich nur drei Dinge erfunden: Das Sofa, Bier und Kartenspielen. Vielleicht noch Fernsehen. Oder so…

Advertisements

Meine Gefühle gehören mir …

… und ich alleine bin dafür verantwortlich. So – das zu schreiben ist ja mega-einfach. Und auch, dass das genauso für dich und alle anderen Menschen gilt macht ja so viel Sinn. Und dennoch macht meine kleine Stimme immer irgendwen für meine guten -und halt auch meine schlechten- Gefühle verantwortlich. Und – schlimmer noch – oft fühle ich mich verantwortlich deine Gefühle. Und dann darf ich meine Gefühle nicht haben, damit du deine nicht haben musst. Oder – noch schlimmer – erst zeige ich Gefühle um sie dann ganz schnell wieder einzupacken, weil ich ja nicht will, dass du X denkst oder wohlmöglich sogar verletzt bist – Buchstabensalat.

Besser noch: Ich habe zusätzlich gelernt mich zu beklagen. Über Eltern, Lehrer, Kollegen, Chefs (hatte ich nicht viele), Freunde, Kinder und Fremde (und sogar Programmiersprachen). “Du solltest anders sein!”, “Du bist schuld an …!”, “Warum hast Du das gemacht?” usw –  Die Anderen klagen ja auch. Um bemitleidet zu werden? Ihrem Ärger Raum zu geben? Klagen kann sich ja sooo toll anfühlen… Oder? Nur hat sich durch Klagen noch nie etwas zum Besseren entwickelt. Klagen ist klagen. Klagen heisst immer die Verantwortung für das eigene Leben nicht übernehmen, sondern etwas oder jemanden schuldig zu sprechen.

Und dennoch beklage ich mich. Weil du nicht so sein solltest. Oder die Welt nicht so sein sollte. Weil halt nicht immer alles perfekt ist. Manchmal tun Dinge weh, manchmal sind Situationen einfach zum weglaufen und manchmal habe auch ich einfach keinen Spass. Und dann bin ich kraftlos, sitze auf dem Beifahrersitz.

Und ich habe gelernt, dass es nichts nützt mich zu beklagen. Alles, was passiert passiert. Alles, was ich aufgrund meiner Vergangenheit einmal entschieden hab habe ich so entschieden. Und all diese Entscheidungen kann ich jederzeit neu treffen. Was der kleine Thies einmal entschieden hat muss seine Zukunft nicht bestimmen – er kann sich etwas neues erfinden. Und wenn ich nicht mehr klage, dann sitze ich auch wieder im Fahrersitz. Alles meine Entscheidung. Nur meine. 

Und die Fahrt geht weiter…

Und am allertollsten ist…

Ich bin begeisterungsfähig und das finde das toll. Mehr als einmal wurde ich schon Fanboy genannt – ob von Technologien, Produkten, Seminaren, Menschen etc. Ich finde einfach Tolles toll, und wenn ich etwas toll finde, dann rede ich halt drüber. Manchmal voreilig, manchmal unreflektiert und vielleicht manchmal auch (zu) laut. Manchmal ändere ich meine Meinung auch wieder und finde etwas Anderes toll, oder etwas toll-geglaubtes blöd. Manche Dinge werde ich vielleicht nie toll finden und dafür andere für immer. Toll, toll, toll, MEGA-TOLL!

Toll? Toll bedeutet für mich, dass ich ein gutes Gefühl bei etwas habe. Gefühl kommt von fühlen und nicht von wissen. (sonst hiesse es ja Ge-wissen;-) Und Gefühle sind immer Subjektiv und persönlich (zumindest ist das bei mir so). Manchmal weiss ich auch, warum ich etwas toll finde und manchmal halt auch nicht. Und dann habe ich früher immer an mir gezweifelt. Wie kann ich bitte etwas toll finden und das nicht gut begründen können? Hier prallen dann Kopf und Herz aufeinander. Früher gewann meist der Kopf – heute eigentlich immer das Herz.

Musst du toll finden, was ich toll finde? Neeiiinn! Und Orange muss auch nicht deine Lieblingsfarbe sein. Mein bleibt es trotzdem. Und weil das so ist kann ich dich toll finden, nicht trotzdem sondern grade weil.

Ersatzbeitrag

Der Beitrag “Warum ich erst wieder weinen kann seit ich erwachsen bin” muss leider entfallen, dafür lesen Sie heute “Warum ich mir das ‘Rocky’-Musical nicht entgehen lassen sollte”.

Mal wieder ist es Sonntag und mal wieder habe ich noch nix fertig geschrieben (oder gedacht?) – Heute aber mal egal…

Gestern hatten nicht nur meine Liebste und ich unseren ersten Jahrestag, sondern wir aßen auch Döner auf’m Kiez und besuchten eben jenes Musical. Die Karten hatten wir von meiner Mutter zu Weihnachten geschenkt bekommen, am ursprünglichen Termin hatte meine Herzdame aber schon was besseres vor (irgendwas wegen Social Media Week oder so) und die Karten für die gestrige Vorstellung habe ich am Freitag bei ebay Kleinanzeigen gefunden. Kurzfristig – so wie ich es mag.

Und hier die eigentliche Kritik:

<blink>
   MEGA! <- Absoluter Guckbefehl
</blink>

PS: Danke, Mutti!

 

Sie wollen das nicht kaufen, das ist zu teuer!

Seit gestern habe ich zwei CO2 Flaschen für meinen Trinkwassersprudler. Beweis:

ZWEI!

A post shared by Thies C. Arntzen (@thieso2) on

Das war gar nicht so einfach: Nachdem meine letzte Flasche irgendwann Anfang letzter Woche das “Gasen” aufgab war klar, dass ich eine neue Flasche brauche. Chacka, das sollte ja einfach sein -> Einfach leere Flasche gegen Zuzahlung von 7,99 gegen eine volle umtauschen. Umtauschen kann ich sie jedoch nur, wenn ich sie auch dabei habe war die Erfahrung, die ich am Montag machte. Dienstag  hatte ich dann keine Zeit und seit Mittwoch  habe ich die leere Flasche bis Samstag in meinem Auto spazieren gefahren, was ihr sicher gut gefallen hat. Am Mittwoch hatte ich versucht zu tauschen, aber REWE hatte keine Tausch-Flaschen da.

Immer klarer wurde mir, dass ich hier scheinbar ein prinzipielles Problem der Zivilisation im allgemeinen oder zumindest im speziellen ein Problem zwischen mir und der Zivilisation aufgedeckt hatte: Der Samstag kam und ich trank mein Wasser immer noch ungesprudelt. Das konnte so nicht weiter gehen. Die Entscheidung, immer eine Ersatzflasche im Hause zu haben, hatte ich schon vor einiger Zeit getroffen, doch beim letzten Flaschentausch war ich von der Verkäuferin belehrt worden, dass sie diese Flaschen nur tauschen aber auf keinen Fall Ersatzflaschen verkaufen könnte.

Keine Flasche, keine Ersatzflasche und es war Samstag. Bei REWE gab es wieder keine vollen Flaschen und der Fachverkäufer in der Getränkeabteilung erzählte mir irgendeine Geschichte von der Post und dass es zur Zeit “schwierig” sei.  Der Getränkemarkt bei Penny gab mir den Tip es bei TOOM zu versuchen und -voila- Treffer: An der Kasse saßen zwei Frauen, bedient wurde ich von A.

Ich: Kann ich hier meine Flasche umtauschen?

A: Ja, klar – kostet 7,99

Ich: Toll! OK! Kann ich bei Ihnen auch eine zusätzliche Ersatzflasche bekommen.

A (zu B): Kann er auch eine Ersatzflasche kaufen?

B (zu mir): Ja, aber das wollen sie nicht! Die ist viel zu teuer und das Geld bekommen sie nie wieder.

Ich zahlte meine 7,99 und verliess verdattert den Laden. Draussen erzählte ich meinem Bruder, was geschehen war und konnte es nicht fassen, dass ich -ohne Widerrede- gegangen war. Ich wurde ausgelacht – verdienterweise.

Also machte ich einen zweiten Anlauf und stellte mich wieder an. B war nun vorne.

Ich: Ich hätte dann trotzdem gerne eine Ersatzflasche für zuhause.

B: Nein, das wollen sie sicher nicht. Die ist viel zu teuer!

Ich (den Impuls spührend einfach wieder zu gehen): Doch wirklich! Ich habe jetzt schon drei Geschäfte abgefahren und keines hatte volle Flaschen.

B: Wir hier bei TOOM haben die immer!

Ich (verunsichert, nach Argumenten suchend): Ich möchte einfach eine zuhause haben, vielleicht ist meine ja alle wenn sie grade zu-haben!

B: Nein, das ist zu teuer! Sie kennen doch sicher jemanden, der auch SodaClub hat und seine Maschine nicht mehr benutzt. Fragen sie den nach seiner Flasche.

Ich (zu mir selber und lautlos): Sei stark – du gehst hier nicht ohne Flasche raus!

Ich (kleinlaut, zu B): Ich bin mir ganz sicher, dass ich eine Flasche kaufen möchte. Würden Sie mir bitte eine verkaufen?

B hat dann mit einem Kopfschütteln aufgegeben. Ich habe ich 23€ gelatzt, nochmal 7,99 für die Füllung und gelernt wie leicht ich zu manipulieren bin.

 

Bin ich jetzt groß? (part 1)

Papa, Du sagst doch immer, dass ich schon groß bin?

Mmm, ja..

Darf ich dann jetzt FEUER?

 

Joshua war wohl drei oder vier als dieses Gespräch stattfand. Und – nein – Feuer durfte er damals noch nicht. Heute ist er fast so groß wie ich und trägt Schuhe Größe 45. Doch erwachsen, erwachsen ist er noch lange nicht. Feuer darf er mittlerweile und auch sonst vieles mehr. Und “mein Kleiner” wird er trotzdem immer bleiben. Heute und für alle Zeit.

Als ich am Anfang der Pubertät stand konnte ich es kaum erwarten groß zu sein, wollte erwachsen wirken und von “den Großen” als einer von ihnen anerkannt werden. Wollte mir nichts mehr sagen lassen, auf eigenen Beinen stehen. Aufgeschaut habe ich zu meinen Elterrn, den Eltern meiner Freunde, allen Erwachsenen. Heute kann ich gar nicht mehr genau sagen, wie ich damals erwachsen definiert habe. Eine wirkliche Definition gab es nie. Nur erkennen konnte ich einen Erwachsenen sofort. Vielleicht weil ich mich sofort ein bisschen kleiner fühlte, vielleicht weil wir damals die Großen noch siezten? Eines war für mich ganz sicher: Irgendwann werde auch ich erwachsen sein. Das lässt sich nicht verhindern, das ist der Gang der Welt. Und dann werde ich so sein wie die anderen Erwachsenen und alle nicht-Erwachsenen werden mir gegenüber das mir wohlgekannte Gefühl haben.

Gewartet habe ich. Drauf, dass es passiert. Vielleicht im Schlaf? Vielleicht würde es wie der Stimmbruch in Etappen kommen. Aber kommen würde es, das war sicher. Alle meine Freunde waren Kinder, alle Großen waren erwachsen. Es musste einen Übergang geben.

Doch groß oder klein, was wollte ich lieber sein? Schoko oder Vanille, woher sollte ich es wissen bevor ich Beides probiert hatte?

(Fortsetzung folgt)